Pro und Kontra iBooks Author

Mit iBooks Author lässt sich ein eBook ohne weitere Software komplett erstellen.  Ist Apples seit 2010 erhältliches Programm deshalb die richtige Wahl für Autorinnen und Autoren? Darum geht es in diesem Artikel.

Apple ist wie Amazon

Noch mehr als Amazon setzt Apple auf ein geschlossenes eBook-System. Zur Applewelt gehört nämlich nicht nur eine schlagkräftige Einheit aus Shop, Dateiformat und Lesegerät. Ergänzt wird das Ganze auch noch durch eine hauseigene Software zur Erstellung von eBooks: iBooks Autor.

Freunde, Fans und Follower: Das Buch ist da.

iBooks Author

Die kostenlose Autorensoftware iBooks Author produziert, und so ist es auch auf Apples Website zu lesen, „eBooks für das iPad“. Insbesondere im Bereich der Integration von Multimediainhalten bietet das 2010 erstmals veröffentlichte Programm eine Fülle von Möglichkeiten. Die Einbindung von Audio- und Videodateien per „Drag & Drop“ gelingt auch Autoren, die nicht über HTML- und CSS-Kenntnisse verfügen. Allerdings hat Apples Benutzerfreundlichkeit einen Haken, und der liegt bei der Kompatibilität.

Apples Lesegeräte

Weil Apple keinen speziellen eReader herstellt, werden iBooks vorzugsweise auf dem iPad gelesen. Dort funktionieren sie mit der Leseapp, die im Mac App Store kostenlos erhältlich ist, ganz wunderbar. Gleiches gilt für den Schreibtisch-Mac und das iPhone. Außerhalb der Applewelt endet aber schon der Lebensraum von iBooks.
Verantwortlich für die Abschottung sind Apples eigene CSS-Erweiterungen. Diese entsprechen nämlich nicht den Vorgaben des W3C-Konsortiums. ePub-Dateien lassen sich in iBooks Autor nur importieren, als Exportformat ist .iBook vorgesehen. Die Bücher sind damit nicht standardkonform. OK, das sind Bücher in Amazons MOBI-Format auch nicht, aber diese lassen sich wenigstens mit Calibre bearbeiten oder konvertieren. Vor iBooks kapituliert sogar das „Schweizer Messer“, und das will was heißen!

iBooks Author für Autoren

Für Roman- oder Krimiautoren ist die ausschließliche Verwendung von iBooks Author mit Sicherheit kein guter Weg, um einen Besteller zu landen. Die Kundschaft für Belletristik kauft lieber bei Amazon und Tolino.  Typische iBooks widmen sich eher Themen wie Technik, Fotografie, Architektur oder Design. Empfehlenswert ist eine Veröffentlichung innerhalb des Apple-Systems in jedem Fall, wenn Sie ein Fachbuch zu OS X oder Apple-Software planen.

iBook Store

Verkaufsplattform für iBooks ist Apples iBook-Store, der sich ein bisschen hinter dem iTunes-Store versteckt. Der Upload eigener Bücher ist komplizierter als bei Amazon, Tolino oder Neobooks. Sie finden hier also kein Autorenprogramm, das Ihnen mit Serviceleistungen entgegenkommt. Bei Tolino erhalten Sie beispielsweise eine ISBN, bei einer Veröffentlichung im iBook-Store müssen sie sich selbst darum kümmern.

Appell an Apple

Die Bereitstellung eines eBook-Editors zur Erzeugung multimedialer Inhalte ist eine Idee, die gerade zu Apple hervorragend passt. Im Gegensatz zur neuesten eReadern von Amazon, Tolino und Pocketbook bringt das iPad ja alles mit, was zum Abspielen von Audio- und Videoinhalten notwendig ist. Für diese Audio- und Multimediabooks gibt es aber schon einen Standard, und der heißt ePub3. Mit einer Exportmöglichkeit für ePub3 käme die Applewelt bei den eBooks aus dem Schmollwinkel heraus!

ePub auf dem iPad

Zum Glück ist das Apple-System nicht auf das Lesen von iBooks beschränkt. Mit diesen Leseapps werden die gängigen Formate auf dem iPad angezeigt:
– Kindle für den Mac für die Amazonformate Mobi und AZW
– Der Bluefire Reader für das freie ePub-Format
Insbesondere für das ePub-Format stehen auch noch weitere Leseapps zur Verfügung. Als Autor sollte der standardkonforme Bluefire Reader aber erste Wahl sein.

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