Hard DRM abgeschafft

eBook-NewsSie rücken von der Fahne ab! Immer länger wird die Liste der Verlage und Vetriebsplattformen, die sich vom komplizierten Hard DRM verabschieden, oder es zumindest nur noch auf ausdrücklichen Wunsch einsetzen. Zum Juli 2015 hatten sich die deutschen Verlage der Bonnier-Gruppe (darunter Piper, Ullstein und Carlsen) von Adobes hartem Kopierschutz verabschiedet, zum 1. Oktober zieht Randomhouse nach. In einer Pressemitteilung gibt die Verlagsgruppe bekannt:
„DRM hat sich als Marktstandard bei der Auslieferung von E-Book-Dateien etabliert. Bislang wurde der Zugriff mit Hilfe von ‚hartem‘ Digital Rights Management (DRM) kontrolliert. Auch wenn diese Art des Kopierschutzes innerhalb der Plattformen einiger Anbieter gut funktioniert, gibt es auch Systeme und Situationen, die den Leser stark einschränken. Mit der Umstellung auf Soft-DRM können Leser E-Books noch einfacher auf allen Plattformen und Endgeräten lesen und ihre persönliche E-Book-Bibliothek verwalten.“

Soft DRM

Ganz verzichten will Randomhouse auf die Kontrolle über die verkauften Bücher aber nicht: „Gleichzeitig wird auch durch Soft-DRM ein sinnvoller Schutz vor Missbrauch gewährleistet, da sich der Weg von E-Books mittels Markierungen wie z. B. digitalen Wasserzeichen zurückverfolgen lässt. Mit Hilfe solcher und weiterer Maßnahmen wird die Verlagsgruppe auch künftig die Werke ihrer Autorinnen und Autoren vor Missbrauch schützen und aktiv gegen Urheberrechtsverstöße vorgehen.“

Freunde, Fans und Follower: Das Buch ist da.

DRM nützt nur Amazon

Kommentar: Das Gewürge mit Adobe-DRM, Adobe-ID und ADE ist so kompliziert, dass es nur Amazon nützt, denn der AZW-Kopierschutz ist für Käufer wesentlich einfacher zu handhaben. Die Verlage ziehen hier einfach die Notbremse. Die Werbung für freie eReader wie Tolino oder Pocketbook läuft nämlich dank Hard DRM teilweise ins Leere. Der umständliche Autorisierungsprozess klingt so gar nicht nach Freiheit. Er schreckt die ehrlichen Leser ab, die technisch versierten dagegen knacken den Kopierschutz mit einem Calibre-Plugin. So war das wohl nicht gedacht. Blick in die Zukunft: Das harte DRM wird weiter an Boden verlieren, und in 5 Jahren redet keiner mehr davon.

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