Der ideale Buchtitel

TippDer Buchtitel ist nach dem Cover das zweitwichtigste Instrument für das eBook-Marketing. Mit dem falschen Titel verkauft sich ein eBook überhaupt nicht, es wird gar nicht angeklickt. Mach‘ es nicht wie Arthur Schopenhauer. Der alte Schwerenöter war der schlechteste Buchtitel-Benenner aller Zeiten!

Freunde, Fans und Follower: Das Buch ist da.

Parerga und Paralipomena

Der Philosoph Schopenhauer hatte erst spät eine relevante Leserschaft aufbauen können. Aus eigener Schuld! Der Querkopf war nämlich so sehr von den Inhalten seiner Werke überzeugt gewsen, dass er ihnen absichtlich sperrige Titel gab. Die Knaller: »Ueber die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde« und »Parerga und Paralipomena« (Anmerkungen und Nachgeschriebenes). OK, zu Schopenhauers Zeiten war alles Griechische hip, aber der Gag zog trotzdem nicht. Sein Verleger war entsetzt! Dabei hatte der berühmte Backenbartträger mit der Bezeichnung einzelner Buchteile Maßstäbe gesetzt! »Parerga und Paralipomena« ist eine Zusammenstellung seiner besten Schriften. Und die haben griffige Namen:

Über den Selbstmord

  • Über den Selbstmord
  • Über Gelehrsamkeit und Gelehrte
  • Über Schriftstellerei und Stil
  • Über Lesen und Bücher
  • Über die Weiber

Hätte Schopenhauer diese Sachen mal in den Vordergrund gestellt! Da wäre sein Ruhm nicht erst kurz vor dem Tod begründet worden! Inhaltlich gab es ja nix zu mäkeln. Gucken wir mal in »Parerga und Paralipomena II« hinein:

„Heiraten heißt das Mögliche thun, einander zum Ekel zu werden. […] seine Rechte zu halbieren und seine Pflichten zu verdoppeln. […] Heiraten heißt, mit verbundenen Augen in einen Sack greifen und hoffen, dass man einen Aal aus einem Haufen Schlangen herausfinde.“

Verschenkt, Arthur, du Bushido des Bildungsbürgers! Solche fetten Sprüche unter so einem schlechten Titel!

Ein guter ebook-Titel

Was zeichnet einen guten Titel aus? Das Kopfkino beim Leser muss angeworfen werden! Beispiel: »Die Druidin« von Birgit Jaeckel. Die Autorin ist eine auf Vor- und Frühgeschichte spezialisierte Archäologin, ihre Geschichte spielt in der Keltenzeit. Man hört die Moorleichen förmlich gluckern. Bei diesem Titel passt einfach alles zusammen und deswegen wurde das Buch zum Erfolg. Mit »Anmerkungen zur Frühgeschichte« hätte Birgit Jaeckel mit Sicherheit keine Bestsellerlisten gestürmt. Zu sachlich, zu trocken, zu wenig Magie.

Welcher Titel zu welchem Genre?

Ein paar Keywords zu den wichtigsten Genres:

  • Krimi: Mord – Verrat – Abgrund – Kommissar – Vergeltung
  • Mittelalterroman: Kardinal – Graf – Hexe – Magier – Bischof
  • Jugendbuch: Abenteuer – Freunde – Ferien – Ein Tiername
  • Erotik: Leidenschaft – Lust – Sehnsucht – Verführung
  • Science Fiction: Welt – Stern – Krieg – Zeit
  • Fantasy: Drache – Vampir – Zwerg – Held

Zugegeben, diese Keywords sind alle nicht besonders originell, aber mit der richtigen Kombination lässt sich daraus etwas zaubern. Der Trick ist es, mit wenig Wortmaterial auszukommen. Schaut einfach mal bei den Stilmitteln! Hier gibts noch mehr davon.

Der Anti-Titel

»Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand«. Alles falsch zu machen funktioniert auch wieder! Der Titel ist zu lang und bezeichnet das Genre nicht eindeutig. Aber Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden – jedenfalls in der Belletristik. Beim Sachbuch muss das Thema so genau wie möglich im Titel identifizierbar sein – schon um über Google und die Shop-Suchmaschinen gefunden zu werden.

 

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