Rebekka Mand im Interview

Rebekka Mand

Rebekka Mand

Heute ist Premiere! ePub3 präsentiert nämlich das erste Interview. Den Fragen gestellt hat sich die Autorin Rebekka Mand, bekannt durch den Historischen Roman  »Von den Grenzen der Erde«.

Hallo Rebekka, erstmal Gratulation zu deinem Wikingerepos »Von den Grenzen der Erde«. Wie lange hast Du von der Idee bis zum Upload in die Shops gebraucht?

Vielen Dank! Es hat insgesamt etwas über fünf Jahre gedauert vom ersten Satz bis zum Upload. Ich habe mir sehr viel Zeit beim Schreiben gelassen, habe zwischendurch auch andere Projekte verfolgt, bin umgezogen, Mama geworden, habe den Job gewechselt … Das Schreiben war für mich lange Zeit nicht mehr als ein geliebtes Hobby. Insofern habe ich die Fertigstellung zwischenzeitlich nicht besonders ambitioniert betrieben. Losgelassen hat mich diese Geschichte jedoch nie.

Erfolg fällt nicht einfach vom Himmel. Du bist beim Autorennetzwerk Qindie, hast einen fantastischen Buchtrailer bei Youtube und wurdest für den Amazon-Autorenpreis nominiert. Wie hast du mental den Sprung von »ich schreib halt mal was« zur professionellen Autorin geschafft? Gab es da einen Erweckungsmoment?

Ich würde mich noch immer nicht als professionelle Autorin bezeichnen. Nach wie vor ist das Schreiben für mich ein Hobby, das inzwischen glücklicherweise recht einträglich geworden ist. Dennoch kann ich davon noch lange nicht leben, und ich weiß auch gar nicht so genau, ob ich das will. Denn dann käme der Druck, erfolgreich sein zu müssen, und wo bleibt dann der Spaß am Schreiben?

Von den Grenzen der Erde

Von den Grenzen der Erde

Einen »Erweckungsmoment« hatte ich tatsächlich. Anfang 2014 durchlebte ich eine kleine Sinnkrise. Gesundheitliche Gründe zwangen mich zu einer beruflichen Zwangspause, in der ich begann, mein Leben und welchen Stellenwert das Schreiben darin einnahm, zu hinterfragen. Ich spürte, dass ich mehr wollte, als in meinem stillen Kämmerlein vor mich hinzutippen, dass die Geschichte mehr wollte. Also begann ich gezielt, darauf hinzuarbeiten. Als Deadline setzte ich mir den Geburtstag meiner Mutter im Oktober, zu dem ich ihr eine druckfrische Hardcover-Ausgabe der »Grenzen« schenken wollte. Die Überraschung war gelungen, niemand rechnete mehr damit, dass die Geschichte jemals fertig werden würde! Anderthalb Monate später wurde es dann ernst und meine Wikinger fuhren nach fünf Jahren Hobeln, Feilen und Schrauben endlich hinaus in die große, weite Welt.
Nachdem dieser Schritt gemacht war, wollte ich natürlich auch, dass der Roman gekauft wird, und so kam es, dass sich die angesprochene Professionalität ganz von selbst entwickelte. Es ist sehr schwer, bei der heutigen Vielfalt am Büchermarkt hervorzustechen, man muss ständig am Ball bleiben, was mir nicht immer gelingt, aber nach einem knappen drei viertel Jahr am Markt bin ich mit der Bilanz ganz zufrieden.

Frage zur Software. Du publizierst ja nicht nur auf Amazon, musst also verschiedene eBook-Formate bedienen. Wie sieht denn da der Workflow aus? Mit welchem Programm schreibst du die Story, und wie geht es dann weiter?

Ich schreibe grundsätzlich mit Papyrus Autor. Das bietet mir alle Funktionen, die ich zum Schreiben und Überarbeiten brauche, darüber hinaus noch ein paar nette Extras.
Was das Konvertieren angeht, mache ich es mir leicht. Amazon bietet an, die doc-Datei hochzuladen und wandelt das Format automatisch um. Bei Tolino Media, meinem Distributor für die restlichen Shops, schicke ich die Datei per Mail dem Support, da der Hochladevorgang bei mir grundsätzlich aus irgendwelchen Gründen auf dieser Plattform nicht funktioniert (das hat mich viel Zeit und Nerven gekostet, bis ich endlich bereit war, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen).
Wenn jemand ein eBook bei mir direkt bestellt (was so gut wie nie vorkommt), bekommt er von mir eine mit Calibre konvertierte Datei.

Lass uns über die Zukunft sprechen. Du hast viel vor: »Ríanns Vermächtnis«, »Kuss der Muse« und ein Buch mit dem Arbeitstitel »Die Herren der See«. Was wird denn als nächstes erscheinen und gibt einen Bezug zu den »Grenzen der Erde«?

Der Roman »Ríanns Vermächtnis« (dies ist jedoch der Arbeitstitel!) wird unter dem Namen »Von den Hütern der Schlange« voraussichtlich noch im Dezember 2015 erscheinen. Es ist die Fortsetzung der Geschichte »Von den Grenzen der Erde« und zugleich wird ein Teil der Vorgeschichte erzählt. Ríann (der Kerl aus dem Arbeitstitel) ist der Vater meiner Protagonistin Lynn. In seiner Vergangenheit liegt ein dunkles Geheimnis vergraben, das Lynn in große Gefahr bringt. Die Geschichte erzählt ein neues Kapitel aus Lynns Leben, baut zugleich aber auf den Ereignissen aus »Von den Grenzen der Erde« auf.
»Die Herren der See« (ebenfalls ein Arbeitstitel) ist mein aktuelles Projekt und der dritte Teil der Geschichte, die eigentlich mit dem zweiten Teil in sich abgeschlossen ist. Irgendwie lassen meine Wikinger mich nicht los. Es wird bis zur Fertigstellung wohl noch eine Weile dauern. Private Großprojekte drängen sich gerade in den Vordergrund und lassen leider nur wenig Zeit und Muße zum Schreiben.
Apropos. »Der Kuss der Muse« ist auch so eine Geschichte, die schon ewig auf meiner Festplatte liegt und darauf wartet, den finalen Schliff zu bekommen und das Licht der Welt zu erblicken. Vielleicht im nächsten Jahr.

Freche Frage zum Schluss: In der Leseprobe zum »Kuss der Muse« geht es ums Abstürzen in Clubs, Künstleridentität und Familie. Ist da Autobiographisches verarbeitet? Musst du nach der Veröffentlichung die Stadt verlassen?

Freunde, Fans und Follower: Das Buch ist da.

Das Ticket nach Hawaii ist schon gebucht. 😉
Nein, im Ernst. Natürlich steckt in jeder Geschichte, in jeder Figur, ein kleiner Teil von mir (welcher, wird nicht verraten), aber das Abstürzen überlasse ich doch lieber Alex, dem ziemlich tragischen Helden der Geschichte.
Aber natürlich kennt jeder Kreativschaffende – oder zumindest die meisten, würde ich behaupten – das Problem, sich als Künstler gegen seine Umwelt, seinen Alltag, seine Selbstzweifel zu behaupten. Alex gelingt dies mit Hilfe der »Silbernen«, seiner geheimnisvollen Fee, nun ja, und dem Griff zur Flasche. Ich habe das Glück, eine tolle Familie im Rücken zu haben, die an mich glaubt und mich unterstützt, also bin ich weder auf zerstörerische Musenwesen noch den Vollrausch angewiesen. Zum Glück!

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